Traumatherapie

„Vergangenheit ist, wenn es nicht mehr wehtut.“ (Mark Twain)

Bei Traumatherapie geht es um die Integration und Bewältigung von Ereignissen bzw. Erlebnissen, die bei Betroffenen ein Gefühl von starker Bedrohung und Not ausgelöst haben und denen gegenüber sie sich hilflos und ohnmächtig fühlten und noch immer fühlen. Betroffene können dann nicht mehr angemessen reagieren und fühlen sich oft wie gefangen. Solche Erlebnisse können körperlich oder auch emotional sein und sind immer subjektiv, d. h. was beim einen zum Trauma führt, kann jemand anderen völlig kalt lassen.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Trauma im Körper steckt, genauer gesagt, im Nervensystem gebunden ist. Ein Trauma entsteht also erst in der individuellen Reaktion des Nervensystems auf ein Ereignis, es ist nicht das Ereignis selbst – somit ist es auch nicht notwendig, das Ereignis immer und immer wieder zu durchleben oder alles zu erinnern. Das Nervensystem kann sich in der Folge eines überwältigenden Erlebnisses nicht mehr selbst regulieren. Deshalb geht es in der Traumatherapie darum, die Fähigkeit unseres Körpers zur Selbstregulation wiederherzustellen und so die Traumafolgestörungen zu meistern, wieder in die Selbstermächtigung und Selbstbestimmung zu kommen und Wahlmöglichkeiten zu erweitern. Man könnte auch sagen, es geht darum, das eigene Haus wieder zu bewohnen und lebendiger werden.

 

Unterschieden werden Schocktrauma und Entwicklungs- bzw. Bindungstrauma

Ein Schocktrauma ist die Folge von einem einmaligen und gut abgrenzbaren Erlebnis, dass zu schnell, zu heftig und zu plötzlich eingetreten ist, als dass es gut zu bewältigen gewesen wäre. Es kann beispielsweise ein Unfall sein, ein medizinischer Eingriff, ein Sturz, ein körperlicher Übergriff, der plötzliche Verlust eines nahestehenden Menschen oder Tieres. Ein Entwicklungs- bzw. Bindungstrauma hat in früher Kindheit stattgefunden und die nachfolgende individuelle Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt. Auch hier war etwas zu schnell, zu stark und zu plötzlich, oder aber auch zu früh und zu langanhaltend. Die Ursache für ein Entwicklungs- bzw. Bindungstrauma kann körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch sein, körperliche oder emotionale Vernachlässigung, Unberechenbarkeit von Bezugspersonen oder die plötzliche Trennung von einer nahestehenden Bezugsperson. Oft ist beides auch miteinander verwoben und lässt sich nicht eindeutig trennen. Häufig ist aufgrund kollektiver Ereignisse wie beispielsweise der beiden Weltkriege und des Holocaust die Eltern- und Großeltern-Generation stark traumatisiert. Beim Übergang dieses Erlebens auf die nächste Generation spricht man von transgenerationaler Traumatisierung. Chronische Beschwerden oder Schmerzen, die sich nicht erklären lassen, können zum Beispiel Folge transgenerationaler Traumata sein.

Traumafolgestörungen können vielfältig sein und lassen sich oft nicht klar von schwierigen Lebenserfahrungen trennen. Wenn Sie häufiger das Gefühl haben, unter hohem Stress und körperlicher Anspannung zu stehen und nicht mehr entspannen zu können, körperliche Symptome oder Schmerzen haben, die keine organische Ursache haben, sich öfter wie im Nebel fühlen oder neben sich stehen, immer wieder erstarren und „abschalten“, keinen guten Kontakt zu sich selbst und anderen Menschen herstellen können, ausgeprägte Selbstzweifel, Selbstkritik, Scham- und Schuldgefühle haben, sich innerlich stark getrieben fühlen oder völlig kraftlos und erschöpft sind, dann könnte es sich um Traumafolgestörungen handeln.

In der Traumatherapie nutze ich überwiegend den körperorientierten Ansatz des SE (Somatic Experiencing® nach Dr. Peter Levine) oder auch EMDR (Eye-Movement Desensitisation and Reprocessing).

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